Aktuelles

Religion als Pflichtfach, Ethik als Alternative

Wolfgang Türtscher, 14.01.2016

„Die positive Rolle des Religionsunterrichts wird in unserem Land von vielen Menschen betont, weit über den Kreis derjenigen, die regelmäßig die Gottesdienste der christlichen Kirchen besuchen“, zeigt sich Wolfgang Türtscher, der Obmann der Vorarlberger ÖAAB-Lehrer, überzeugt. „Für diejenigen, die sich vom Religionsunterricht abmelden, soll der Ethikunterricht hinkünftig österreichweit Pflicht werden, wie das in Vorarlberg schon seit mehr als einem Jahrzehnt möglich ist und gut angenommen wird“, sieht Türtscher keinen Widerspruch. Eine demokratische Gesellschaft benötigt einen Grundkonsens in wichtigen Verhaltensweisen und Lebensnormen (z.B. Menschrechte, soziale Verantwortung, Partnerschaft in Ehe und Familie, Grundrecht auf Leben, Meinungsfreiheit. Wirtschaftsethik, Umgang mit Konflikten, Arbeit als Menschenrecht etc.). Diese Grundwerte zu vermitteln ist der gesetzliche Auftrag der Schulen, eine zielgerichtete Vermittlung im Religions- und Ethikunterricht damit unabdingbar. Weiterlesen

"Kompetenzorientierung verhindert die Kompetenzentwicklung"

Wolfgang Türtscher, 06.01.2016

Der Philosoph Konrad Paul Liessmann über das Verschwinden der Literatur im Unterricht, die Infantilisierung der Gesellschaft und die Wichtigkeit klassischen Wissens. profil: Wie lautet Ihre Hauptkritik an der Kompetenzorientierung? Konrad Paul Liessmann: Dass sie stärker als bisherige Lehrpläne das natürliche Neugierverhalten von Kindern zerstört. Wer einmal ein kompetenzorientiertes Lehrbuch angesehen hat, dem vergeht jede Lust am Lesen. Ständig wird kontrolliert, ob die Leser alle Kompetenzen erfüllen. Deshalb auch das Verschwinden der Literatur aus dem Unterricht. Natürlich sollen Kinder lesen lernen, aber gerade die Kompetenzorientierung verhindert die Kompetenzentwicklung, das ist meine These. profil: In Ihrer Idealvorstellung sind Unis und Schulen Orte der "reinen Bildung", die sozialpolitische Fragen ausklammern. Wieso ist das Ihrer Meinung nach erstrebenswert? Liessmann: Ich meine nur, dass Bildung nicht ausschließlich an Kriterien wie Nutzen, Anwendbarkeit und Effizienz gemessen werden kann. Das große Erfolgsrezept der Wissenschaften, denen wir alles verdanken - vom Mobiltelefon bis zur modernen Lebenswelt -, war es, sich von den Vorgaben der Kirche, später von Politik und Ökonomie, loszulösen. Wenn wir das rückgängig machen, fallen wir ins Mittelalter zurück. Weiterlesen

Die bildungsfernen Kinder hätten ihre Chance in der Volksschule

Günter Schmid, 06.01.2016

Zwischen fünf und zehn, in der Volksschule, könnten Kinder aus bildungsfernen Haushalten alle Defizite aufholen. Könnten. Der Jahreswechsel steht im Zeichen des Angriffs auf das Gymnasium. Sozialisten und Grüne sind wild entschlossen, ihre Träume von der Gesamtschule zu verwirklichen. Die ÖVP wehrt sich zwar tapfer, hat aber in den eigenen Reihen auch Eifrige, die dem Missverständnis "Gesamtschule" aufsitzen. Dabei ist das Motiv der Kämpfer für eine gemeinsame Schule aller Zehn- bis Vierzehnjährigen ohne Einschränkung zu unterstützen: Man will, dass die Kinder aus bildungsfernen Schichten nicht benachteiligt werden, dass nicht der Haushalt, in dem man aufwächst, über das weitere Leben entscheidet. Mit der geplanten Gesamtschule wird nur erreicht, dass das Niveau aller zehn- bis vierzehnjährigen Kinder gedrückt wird und die Vermögenden ihre Sprösslinge in Privatschulen einschreiben. Weiterlesen

Weitere Artikel anzeigen
  • (09.12.2015)

    Der Vorstand der Bildungsplattform ruft die Mitglieder des Vereins auf, dem Verein "pro Gymnasium" ebenfalls als Mitglieder beizutreten.

  • (21.11.2014)

    77,8 % der befragten Vorarlberger lehnen den Vorschlag der Industriellenvereinigung, eine Gesamtschule einzuführen, ab. (Quelle: Vorarlberger Nachrichten vom 21. 11.)